Editorial

amadeusaward2012Am 1. Mai 2012 wird im Wiener Volkstheater Österreichs begehrtester Musikpreis verliehen, der Amadeus Austrian Music Award. Nachdem die Juroren (u. a. Robert Fischer und Manfred Horak von Kulturwoche.at) ihre Stimmen abgegeben haben, stehen nun die Nominierungen fest - erfreulicherweise sind auch einige darunter, die wir besonders schätzen, z.B. Georg Breinschmid, Harri Stojka, Attwenger, Violetta Parisini, Hubert von Goisern, Otto Lechner und Klaus Trabitsch, sowie Ja, Panik. Jetzt seid ihr dran, um für eure Favoriten die Stimme abzugeben. Das Verfahren ist simpel. Das Voting-Tool steht auf www.amadeusawards.at/voting zur Verfügung. Die Stimmabgabe ist bis inklusive 01.04.2012 möglich; jeder Nutzer mit gültiger E-Mailadresse kann ein Mal pro Woche seine Stimme abgeben. Ansonsten geben wir in dieser Kulturbrief-Ausgabe wieder jede Menge Live-Tipps ab und berichten wie gewohnt von vergangenen Performances. Quasi in eigener Sache wollen wir an dieser Stelle auch gleich an den Gedenkabend an Ludwig Hirsch hinweisen, der am 3.3. in der Arena Bar (1050 Wien) über die Bühne gehen wird (Ludwig Hirsch wäre ja am 28. Februar 66 Jahre alt geworden). Eine Spurensuche mit den Gesprächsgästen Johann 'Johnny' M. Bertl, Gerhard Ruiss, Peter Schleicher, Maria Seifert und Toni Stricker und mit Live-Musik von Markus Hackl und The Wichita. (Manfred Horak; 23.2.2012)

Kunst hat Recht

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Ende Jänner 2012 wird die Initiative "Kunst hat Recht" der Öffentlichkeit vorgestellt. "Kunst hat Recht" ist eine Aktion österreichischer Kunstschaffender zur Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte der Künstler/innen. Die dazu verfasste Deklaration soll möglichst viele Unterzeichner/innen (Einzelpersonen als auch Einrichtungen) finden. Zum gesamten Text der Deklaration und zur Unterzeichnungsmöglichkeit geht es HIER.

Ansonsten führt der Weg diesmal vom hochkarätigen Dokumentationsfilm "Living in the Material World" von Martin Scorsese über das Leben und Werk von George Harrison bis hin zu den Premierenkritiken "Iba de gaunz oamen Leit" von Christine Nöstlinger (im Rabenhof) und "Samurai/Futuresong" von Dea Loher
(im Theater Drachengasse).
Und was nicht im Theater gesehen werden kann, sollte auf Tonträger gehört werden, z.B. "Pictures at an Exhibition", neu arrangiert von
Flip Philipp für das Vienna Symphony Jazz Project. Ein echtes Gesamtkunstwerk, wird doch der Mussorgsky-Jazz von Evelyn Grills beeindruckenden Bildern ergänzt. Ein erstaunliches (Jazz-)Album legt auch Olivia Trummer auf "Poesiealbum" vor, deren Texte (in deutscher Sprache) zielsicher den Nerv der Gegenwart einfangen.
Zu hören (und sehen) gibt es aber auch wieder einige Interviews, wie z.B. aus der Video-Podcast-Reihe "Berufsfeld Architektur" ein Gespräch mit dem japanisch-österreichischen Architektenteam
Misa Shibukawa und Raphael Eder, sowie ein Künstlergespräch in der Podcast-Reihe "Paladino News" mit Martin Rummel und Norman Shetler zu deren Aufnahme der Schubert'schen "Winterreise". Augenfällig übrigens die Cover-Gestaltung, die vom Cartoonisten Rudi Klein stammt.
Weiterhin bristant und aktuell das Thema 'Literaturförderung in Wien'. In unserer jüngsten Podcast-Reihe "Kunst.Kultur.Diskurs" kann nun die zweitägige
Literaturförderungsenquete zur Gänze nachgehört werden. (Manfred Horak; 19.1.2012)
Top Kunst-Podcasts

kunst-kultur-diskurs-logoVier von mir produzierte Podcast Reihen befinden sich derzeit in der iTunes Wertung "Top Kunst-Podcasts", nämlich die Kulturviertelstunde und Filmkultur aus dem Hause Kulturwoche.at, sowie die Podcast-Reihe für das Bank Austria Kunstforum Wien und sogar die mittlerweile - als Folge von Subventionskürzungen auf Initiative der Grünen und der Wurschtigkeit der SPÖ - eingestellte Podcast-Reihe für K2 in Centrope. Sage und schreibe 26 Podcast Episoden von den Podcast-Reihen 'Kulturviertelstunde' und 'Filmkultur' befinden sich dabei in den Top 200. Anders formuliert: Fast jede 7. aufgelistete Podcast Episode in der Kategorie "[Darstellende] Kunst" wurde von Kulturwoche.at produziert. Erstaunlich, wenn man bedenkt, das täglich tausende an Podcast-Episoden alleine im deutschsprachigen Raum freigegeben werden.
Die mit Abstand meist gehörte Episode ist zurzeit jenes
Interview mit Ludwig Hirsch, selig, anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums aus dem Jahr 2008. Das zweit meistgehörte ist die Podcast-Episode Zimt & Zucker: Interview mit der Band Herztöne. In die Liste "Neu und beachtenswert" wurde von iTunes prompt die neue Podcast-Reihe Kunst.Kultur.Diskurs aufgenommen und an prominenter Stelle platziert. Ebenfalls erstaunlich, weil täglich alleine im deutschsprachigen Raum mehrere hundert neue Podcast-Reihen eingereicht werden, als "Neu und beachtenswert" hingegen werden gerade mal 20 ausgesucht. Die Reihe ist in iTunes in der Kategorie "Kunst/Literatur" zu finden (oder einfach im Suchfeld Stichwort 'Horak' bzw. 'Kulturwoche' eingeben). Die ersten Episoden sind freilich bereits nachzuhören, das Thema - dem programmatischen Titel entsprechend - ist ein strikt kulturpolitisches, und diese Reihe stellt auch den Anspruch kulturpolitische Themen zu behandeln.
Die ersten sechs Episoden (drei sind bereits Online bzw. auf iTunes abrufbar) stellen sich der Frage:
Wie sollte eine Literaturpolitik der Stadt Wien aussehen? Zu hören sind im Rahmen der Literaturförderungsenquete Marianne Gruber (Österreichische Gesellschaft für Literatur), Erich Klein (Kulturzeitschrift Wespennest), Eva Brenner (Theater Fleischerei_mobil) und Stephan Teichgräber (IG Kultur Wien). Moderation: Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren). Die IG Autorinnen Autoren haben diese sechs Episoden dankenswerterweise auch finanziell unterstützt.
Die nächste Podcast-Reihe steht bereits quasi vor der Tür, konkret handelt es sich dabei um die Video-Podcast-Reihe
Berufsfeld Architektur in Kooperation von TU Wien und Kulturwoche.at. Die offizielle und öffentliche Präsentation findet am 12.12.2011 in den Räumlichkeiten der IG Architektur (Gumpendorferstr. 63B, 1060 Wien) statt.
Davor gibt es noch zwei weitere Termine in eigener Sache: Am 9. und 10. Dezember moderiere ich im Theaterhaus
Garage X (Petersplatz 1, 1010 Wien) nach der Aufführung vom Theaterstück Working Class Zero die Gespräche mit Robert Misik (der Polit-Autor und Blogger) und Friedrich Hinterberger (SERI), sowie mit Heide Kouba, die Drehbuchautorin von "Einstweilen wird es Mittag", der Film über die Arbeitslosen von Marienthal von Karin Brandauer. Auch hier - im Theaterstück und in den nachfolgenden Gesprächen - ist das Thema ein generell kultur- und gesellschaftspolitisches. "Working-Class-Zero" (Inszenierung: Fanny Brunner; Dramaturgie: Hans-Jürgen Hauptmann) nimmt dabei die Zukunft von Arbeit und die Entwicklung ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen unter die Lupe.
Und auch Kulturwoche.at-Redakteur Robert Fischer wird wieder moderieren, und zwar am 16.12.2011 in der Arena Bar (Margaretenstr. 117, 1050 Wien) die vierte Auflage der Gesprächsreihe in Gedenken an
Günter Brödl. Diesmal zu Gast ist der ausgewiesene Kurtologe Heinz Plehn und der Filmregisseur Thomas Roth. Musikalisch untermauert wird der Abend von den Wienerlied-Erneuerern Wiener Glüh'n.Ja, und wenn man danach achtmal die Nacht durchtaucht steht auch schon das Christkind vor der Tür. :-))
Apropos Tür: Bis dahin gibt es natürlich - wie jedes Jahr - unseren
Adventskalender mit täglichem Gewinnspiel, das bereits in einigen Gewinnspiel-Blogs zu den "Besten Gewinnspiel-Adressen aus Österreich" aufgenommen wurde.
Und somit wünscht die Redaktion eine möglichst stressfreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 6.12.2011)
Komm großer schwarzer Vogel gemma Tauben vergiften im Park weil da singt heit ana auf da Gassn [...]

hirsch-biszumhimmelhoch
R.I.P. Ludwig Hirsch.
R.I.P. Georg Kreisler.
R.I.P. Reinhard Liebe.

Nicht (mehr) vorhanden:
Literaturpolitik in Wien.


Interview. Interview.
Georg Altziebler. Ineke Houtman.
Interview. Interview.
Alexandros Karozas. Anoushka Shankar.
NEU ab 12.12.2011:
Video-Podcast-Reihe Berufsfeld Architektur (via iTunesU in Kooperation mit der TU Wien).
Musik aus Österreich. Buchrezensionen. Filmkritiken. Theaterberichte.
Jedes Lied erzählt eine andere Geschichte über das Wagnis des völlig freien Lebens auf der Suche nach Identität. Immer mit dabei: Die Verarbeitung der eigenen Geschichte. Kurzum: Menschen. Motive. Meinungen.
"Und wenn ich einmal genug hab' und mir die / Zähnd mit einer Black und Decker putz' / und mir Piranhas in's Fußbad einehau, / merkt's Euch, liebe Leut', ich kann gehen, wann / und wie ich will, das geht Euch überhaupt nix an." (Ludwig Hirsch, 1979).
Somit wünscht die Redaktion eine überlebenswillige Kulturwoche.
(Manfred Horak; 25.11.2011))
Der Baum, der den einen zu Freudentränen rührt, ist in den Augen des anderen nur ein grünes Ding, das im Weg steht...

haendeweg19-kifi2011...schrieb William Blake vor gut zweihundert Jahren, und: "Manchem erscheint die Natur ganz lächerlich und verbildet [...] und mancher sieht überhaupt kaum die Natur. Aber den Augen eines mit Fantasie begabten Menschen ist die Natur selbst Fantasie. Wie ein Mensch ist, so sieht er." In "Haben oder Sein" schrieb der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm wiederum: "Wir waren im Begriff, Götter zu werden, mächtige Wesen, die eine zweite Welt erschaffen konnten, wobei uns die Natur nur die Bausteine für unsere neue Schöpfung zu liefern brauchte." Aus dem ursprünglichen Vorhaben jedenfalls, Wissen als Macht einzusetzen und sich der Natur zu unterwerfen, um diese nutzen zu können, passierte das genaue Gegenteil, ein Fatalismus: Aus den von uns geschaffenen wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten wurden wir so gierig die Natur zu unterwerfen, um sie auszubeuten.
"Unser Wegwerfen von Lebensmitteln führt indirekt zum Hunger in der Welt", erklärt denn auch Prof. Joachim von Braun vom Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn im besonders wertvollen Dokumentarfilm Taste the Waste von Valentin Thurn, der ab sofort im Kino zu sehen ist. Gesellschaftskritik wird auch in so manchen Kinofilmen geübt, die beim Kinderfilmfestival 2011 gezeigt werden, sei es in Mein Großvater der Bankräuber, sei es im südkoreanischen Film Jiburo, sei es in "Hände weg von Mississippi" von Detlev Buck oder in der Verfilmung von Christina Herrströms Roman Tausend mal stärker, der ordentlich am Klassensystem rüttelt. Insgesamt werden beim Kinderfilmfestival Wien zwischen 12. und 20. November 14 Filme gezeigt, und bei einem Film, nämlich bei der herausragenden norwegischen Produktion "Anne liebt Philipp", bietet die Festivalleitung in Kooperation mit Dschungel Wien dem jungen Publikum und Schulklassen einen Workshop an, um so ihr Filmerlebnis in spielerisch-kreativer Form aufzuarbeiten - hört dazu das Interview mit der Theaterpädagogin Simone Weis.
Das sind noch lange nicht alle Themen, die neu auf Kulturwoche.at nachzulesen bzw. nachzuhören sind. Fortgesetzt wurde z.B. auch die Artikel-Reihe zum Thema Georg Danzer. Im vierten Teil erzählt sein langjähriger Manager Franz Christian Schwarz alias Blacky über das große musikalische Vermächtnis von Georg Danzer, mit Fernando Botero wiederum - dessen Werke im Bank Austria Kunstforum zu sehen sind - sprachen wir über den künstlerischen Werdegang von Botero und über die Wurzeln in der Kunst, und wir führten Interviews mit Ildiko Raimondi, die soeben ein Album mit Goethe Lieder veröffentlichte, sowie mit der estnisch-schweizerischen Sängerin Ingrid Lukas ("Silver Secrets") und mit dem Folk-Duo Papermoon sprachen wir über Hippies, Wallstreet-Haien und anderen Lebensgefühlen. Ja, und wir warfen einen Blick in die Systematik des Lebens in der voluminösen Bild-Enzyklopädie Die Urzeit. Somit wünscht die Redaktion eine zukunftsträchtige Kulturwoche. (Manfred Horak; 10.11.2011)
Kinder ohne Zukunft führen Krieg mit der Gegenwart

gd-zombieball1Dies sang einmal Georg Danzer, dessen Lebenswerk (27 Studio-Alben! Wobei: es gäbe noch mehr, aber einige mussten außen vor bleiben) nun in einer Remastered-Serie, teilweise erstmals auf CD, vorliegt. Remastered (hier muss man eigentlich sagen: erneut remastered) wurden auch die 14 Studio-Alben von Pink Floyd. Beiden widmen wir eine groß angelegte Artikel-Reihe, die jeweils ersten drei Teile sind bereits Online.

Und auch sonst gibt es allerhand Lese- und Hörstoff, z.B. ein Interview mit dem oberösterreichischen Komponisten Helmut Rogl, dessen gesamtes Cello-Werk nun veröffentlicht wurde bis hin zum mehrteiligen Podcast Interview mit Georg Ringsgwandl, der zwischen 19. und 22.10. im Stadtsaal über "Das Leben und Schlimmeres" berichtet.
Bereits in Wien gastierte Max Raabe und das Palast Orchester und wir bitten gnädigst, uns die Möglichkeit einzuräumen die Kritik zum Konzert an dieser Stelle nachzureichen. Ja, und natürlich waren wir auch wieder im Theater. Im Visier stehen Nachberichte zum OdeonTanz 3 und Szene Bunte Wähne bis hin zum ersten Theaterstück von Daniel Kehlmann, der wahrscheinlich auch noch im Alter von 50 Jahren als "Österreichs literarisches Wunderkind" bezeichnet werden wird, sowie, als "funkelndes Beispiel der weiblichen Emanzipation", das Aufeinandertreffen von George Sand und Frédéric Chopin. Und das ist noch nicht alles: Über "die politische Unfähigkeit der herrschenden Machteliten" empört sich Stephane Hessel, schreibt Tristan Jorde, und zuguterletzt hörten wir freilich auch neue CDs: den klassen Zweitling von Ingrid Lukas, das Debüt vom Frauen-Duo Boy und die "Groove Generation" von Rens Newland.Somit wünscht die Redaktion eine lesefreudige Kulturwoche. (
Manfred Horak; 19.10.2011)
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"Ihr Podcast ist einer der wichtigsten in Österreich." Danke. Auch so kann ein E-Mail beginnen. Und so weiß ich auch, dass erstmals ein Podcast Barcamp Vienna stattfinden wird, das ich somit gleich mal mit Freude ankündige. Das "Podcast Barcamp" geht am 15. und 16. Oktober 2011 in Wien im sektor5 coworking spaces über die Bühne. Eruiert werden soll dabei unter anderem, wie es eigentlich um die Podcast-Szene in Wien bzw. Österreich steht. "Wir wollen daher", so die Erst-Info, "alle PodcasterInnen, angehende PodcasterInnen, PodcasthörerInnen und alle Interessierten zusammenbringen und über alle Themen diskutieren, die wichtig sind, um einen Podcast zu produzieren und zu hören." Klingt gut und direkt groß. Mehr darüber demnächst an dieser Stelle.
Apropos: Neu zu hören ist das Podcast Interview mit dem Regisseur Kornel Mundruczo über den Kinofilm "Tender Son - Das Frankenstein Projekt", das uns inhaltlich auch zum Thema "Minderheiten" führte. Eine Minderheit in Österreich ist inzwischen auch der Mittelstand. Nackte Zahlen dazu liefert als Gastkommentar Leo Lukas und Simon Pichler. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle. Neu eingerichtet, quasi als Expositur von Kulturwoche.at, wurde kürzlich ein Blog mit dem Titel Kulturkanal und dem Untertitel "One more Blog of Tipps" (bei Dylan hieß es noch "One more cup of coffee"; so ändern sich halt die Zeiten), und überhaupt gibt es einmal mehr ordentlich viel zu entdecken.
Somit wünscht die Redaktion eine leistbare Kulturwoche. (Manfred Horak; 21.9.2011)
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Unzählige Male wurde Mary Shelleys Frankenstein bereits nachgeahmt und - besonders im Film - trivialisiert. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó ließ sich von diesem literarischen Stoff ebenfalls inspirieren, zeigte es zunächst als Bühnenfassung bei den Wiener Festwochen 2009 und bringt nun die Kinofilmfassung nach Wien, und zwar ab 23.9. exklusiv ins Wiener Metro Kino. Titel: Tender Son - Das Frankenstein Projekt (Filmverleih: POOOL). Mundruczó verlegte die Geschichte in die ungarische Gegenwart, der Film spielt hauptsächlich in einem zerfallenden, von Gerüsten gestützten Wohngebäude in Budapest. "Das Gebäude kurz vor der Renovierung", so Mundruczó, "repräsentiert sowohl ein Bild der Zerstörung als auch einer bevorstehenden Wiedergeburt." Dem Regisseur gelang mit Tender Son ein verstörender Film, in dem das Monster unsere eigene Schöpfung ist.

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns zunächst noch einmal mit dem Klassiker von Shelley, das vor einiger Zeit in einer Neuauflage im Aufbau Verlag erschien, nächste Woche folgt dann die Filmkritik und ein Interview mit dem Regisseur. Quasi als Überbrückung dient unser Gewinnspiel, bei dem Premierenkarten zu gewinnen sind, wie immer natürlich mit einer urschweren Frage. :-))
Apropos urschwer: Da die Zeiten für den Mittelstand (oder das, was davon übrig blieb) schwer sind, vertieften sich Leo Lukas und Simon Pichler in die Materie Nackte Zahlen. Zu sehen ab sofort im Kabarett Niedermair. Passend zum Thema Mittelstand, aber auch passend, was die Geschichte eines Literaturklassikers, verlegt in die Gegenwart, betrifft, das besonders sehenswerte Theaterstück Villa Dolorosa: Drei missratene Geburtstage (KosmosTheater) über eine Erbengeneration 'On the Highway to Mittelmaß'. Eine böse Komödie frei nach Tschechows "Drei Schwestern" von Rebekka Kricheldorf unter Regisseurin Katrin Schurich, mit der wir übrigens ein ausführliches Podcast Interview führten.

Somit wünscht die Redaktion eine verdienstvolle Kulturwoche. (Manfred Horak; 16.9.2011)
rockstah-splash2011-0011Als Literaturwissenschaftlerin ist Hip Hop für mich vor allem eines: Die größte Kunstform. Jeder MC, der sich nicht für die typischen "Ich bin geil, ihr seid scheiße"-Texte hergibt ist ein einzigartiger Lyriker. Für das Schreiben von Raptexten braucht man vor allem Übung und auch eine gehörige Portion Talent für den Umgang mit Sprache.

amy-winehouse-2011-07-23
When a woman gets in trouble
Everybody throws her down
Lookin' for your good friend
None can be found
(Robert Johnson; 1936)



A black eyed dog he called at my door
The black eyed dog he called for more
A black eyed dog he knew my name
(Nick Drake; 1974)

When you’re standing at the crossroads
That you cannot comprehend
Just remember that death is not the end...
(Bob Dylan; 1988)

2 Alben, 1 DVD und eine Handvoll guter Songs von Amy Winehouse, die am 23.7.2011 im Alter von nur 27 Jahren starb, werden in Erinnerung bleiben. Auf den ersten Blick nicht viel. Für eine von Mythen behaftete Legendenbildung wird es dennoch allemal reichen. Wir alle (ahnen es zu) wissen, warum das so ist. (Manfred Horak; 26.7.2011)