Jede Demonstration und jede Revolution braucht ihre Lieder, so natürlich auch die weltweite Bewegung #FridaysForFuture.

In Gang gebracht wurde diese Protestbewegung von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament streikt, statt in die Schule zu gehen. Mit dieser Aktion fordert sie eine mutige Klimapolitik als einzig realistische Antwort auf die drohende Klimakatastrophe. Wir begeben uns an dieser Stelle in die Archive der Musikhistorie und bringen euch wöchentlich Songs in Erinnerung, die sich diesem Thema annehmen. Musik für eine bessere Welt.

Wie der Mensch die Welt verändert

Was man heute als Science Fiction beginnt, wird man morgen vielleicht als Reportage zu Ende schreiben müssen, hieß es einmal bei Norman Mailer. Und Zukunftsforscher Karlheinz Steinmüller gab sogar einmal zu, dass Zukunftsforscher Prognosen für die Zukunft ganz selten machen und sich lieber an den Spruch von Mark Twain halten, der da lautet: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Wenn man nun aber die zwei Faktoren "Lebensstandard" und "Technologie" mit der Bevölkerungszahl multipliziert ergibt sich unweigerlich der Einfluss der Menschen, also wie der Mensch die Welt verändert.


Du sagst, du willst die Welt nicht ändern, dann tun's eben andere für dich

Kunst und Kultur bzw. Künstler/innen an sich sind dabei oft Reflektoren, Spiegelvorhalter, Warner. Rio Reiser z.B. schrieb 1987 das Lied "Wann“. Darin hieß es: "Du sagst, du willst die Welt nicht ändern, dann tun's eben andere für dich. / Und der Wald, in dem du vor Jahren noch gespielt hast, hat plötzlich ein steinernes Gesicht. / Und die Wiese, auf der du gerade noch liegst, ist morgen ne Autobahn. / Und wenn du jemals wieder zurückkommst, fängt alles wieder von vorne an."


He's taken everything this old earth can give and he ain't put back nothing

Bereits im Jahr 1969 gab es mit dem futuristischen Folk-Rock-Song "In The Year 2525" einen One-Hit-Wonder der Band Zager & Evans, der ebenfalls von der Beziehung des Menschen zur Technologie und zur Erde handelt. In Intervallen von in der Regel 1010 Jahren befassen sich die Strophen mit Voraussagen menschlicher Situationen. So werden im Jahre 3535 die Gedanken, Handlungen und Sprache des Menschen durch eine tägliche Pille programmiert. In jeder Strophe ändert sich dieses Muster, auch musikalisch steigert sich die Tonart jeweils um eine halbe Stufe für die Strophen der Jahre 7510, 8510 und 9595 mit der ökologischen Grundbotschaft, dass der Mensch vom Planeten Erde alles genommen habe, ohne ihr etwas zurückzugeben. Danach beginnt das Lied erneut mit dem Jahr 2525, als ob, wie im Lied von Rio Reiser, schon alles einmal durchlebt wurde. TEIL 1 / TEIL 3 / TEIL 4 // 

 


#FridaysForFuture

Text: Manfred Horak
Foto: pixabay