Harald Pomper; Foto: Sylvia Groesswang

Der Kabarettist, kritische Liedermacher und ehemalige Journalist Harald Pomper ist einer der wenigen politischen Köpfe in der heimischen Kabarett-Szene.

Ein bisschen Spaß muss sein, Harald Pomper?! Kommt darauf an, welcher Spaß.

In seinem aktuellen Programm „Endspiel Demokratie 3 - A***h, Volk und Wirtschaftswunder“ schreckt Harald Pomper nicht vor Fakten und Informationen zurück. Es muss nicht immer ein Lacher sein, und dennoch, ja gerade deshalb, ist es Kabarett. Scharfzüngig und pointiert zeigt Pomper in Liedern und Texten die Absurditäten des Konsum auf (Shoppen gehen, um sich vom Shoppen zu entspannen), falsch, bis gar nicht, verstandener Umweltschutz (mit dem SUV in den Bioladen düsen) und der allgemeine Trugschluss, dass mehr besser ist. Aufatmen! Da steht ein Mensch auf der Bühne, dem nicht alles „am Arsch vorbei geht“ - um den Titel hier miteinzubeziehen, der sich Gedanken macht und die Zusammenhänge so zusammenhängt, dass eine Ereigniskette entsteht.

Die Kunst Pompers ist und besteht darin, diese Zusammenhänge zu destillieren und ein anregendes Kabarett-Getränk zu servieren. Gebraut im Tal des Denkselbstclubs und in recycelte Flaschen gefüllt. Die Hintergründe rücken in den Vordergrund und sind nach und nach auch auf Harald Pompers Webseite einsehbar, wie es auch bei der ZDF Satire-Sendung „Die Anstalt“ Usus ist.

Es ist als politisch denkender Mensch ein geistiger Wellnessabend und für die Seele eine therapeutische Sitzung. Es mag vielleicht gegen den Zeitgeist sein, für etwas zu stehen. Wer braucht den Zeitgeist, wenn mensch ein Gewissen hat? Aber Harald Pomper hat nicht nur ein Gewissen, sondern er hat auch eine Gitarre. In seinen Songs besingt er mit Augenzwinkern z.B. die Widerwärtigkeiten des Kapitalismus. Lachen hilft - in Kombination mit Denken besonders gut. Harald Pomper gelingt eine großartige Mischung aus Kritik, Humor und Aufklärung im allerbesten Sinn. //

Text: Nadia Baha
Fotos: Sylvia Groesswang

Harald PomperKurzinfo:
Think! - Ein Kabarettabend mit Harald Pomper
Bewertung: @@@@@
Kritik zur Aufführung im Tschocherl am 23.02.2019