nenad-vasilic-just_flyDes Bassisten Nenad Vasilic World-Jazz mit allerlei kosmopolitischen Bezugspunkten entsteht in Wien, und sorgt, zumindest in der Jazz-Szene, für erhebliches Aufsehen. "Just Fly" wird daran nichts ändern. Im Gegenteil.

Wenn im "Tschusch Chochek" die temperamentvollen Rockströme überhand nehmen und fast schon an einen Hardrock-Jazz denken lassen, dann - spätestens dann - weiß man, dass Nenad Vasilic einmal mehr ein ganz großer Wurf gelungen ist. Im Verbund mit Romed Hopfgartner (Sopran/Alt-Saxofon), Marko Zivadinovic (Akkordeon), Wolfi Rainer (Drums), sowie mit den Gastmusikern Dusan Novakov (Drums) und Neno Iliev (Gesang), fährt das Album alle Stückerln, stellt Lebensbetrachtungen an ("C'est la vie"), beobachtet aus der Vogelperspektive ("Just Fly") und füllt die Leere in uns ("Emptiness"). Das Bassspiel von Nenad Vasilic ist weiterhin von außerordentlicher Güte. Originär und originell gleichermaßen und vor allem das Zusammenspiel mit seinem kongenialen Partner an den Saxofonen, Romed Hopfgartner, ist eine wahre Bereicherung in der großen weiten Jazz-Welt. Hört nur mal "Stupid Lady" als ein Paradestück und als eine Bestandsaufnahme wo sich der Jazz gegenwärtig befindet. Oder "Za Cara": Stop and Go auf höchstem Niveau, in Vollendung. Die 9 Stücke von Nenad Vasilic öffnen alle Sinne - erneut, muss man hinzufügen, denn bereits seine früheren Alben wie "Honey and Blood" (2006), "Joe-Jack" (2003) und "Folks Songs" (2001) bewiesen eine Qualitätsfrische, deren Ablaufdatum längst noch nicht überschritten wurde. Klarer Fall von Höchstwertung. (Manfred Horak)

CD-Tipp:
Nenad Vasilic: Just Fly
Musik: @@@@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: Extraplatte (2010)