Im neuesten Streich "OLEANDA"! des triumphalen Trios Trio Lepschi zeigt sich wieder die bunt-finstere Humorigkeit der drei Herren. Einfach großartig! In Zeiten des olé, olé, olé im Fußball und politischer Schlachtrufe, ist das brillante Werk "OLEANDA!" eine besondere Wohltat. Ja, es gibt sie die Differenzierung, die Nuancen die sprachlichen Finessen - zwar nicht in den Reden, ob an Sonn- oder an anderen Tagen, zwar nicht in den fröhlich-oberflächlichen Interviews, aber in den Texten des Trio Lepschi. Gleich im ersten der 14 Lieder, wird in Roal Dahl'scher Manier der Rundumwende aus einem Pariser ein Pariser ("Tango parisien"). Gleich danach schmachtet jemand, aber nur online, denn echte Treffen sind zu real. Da müssen in "Imma Onlein" also lieber Fesbuk, Tinda und Sneptschet herhalten.

Im weiteren Verlauf des Albums werden u.a. noch die Vorzüge der diversen Jahreszeiten raunzat gelobpreist "in Heabst und in Frühling des Schedlweh" ("Natua") sowie die unsägliche Eigenschaft einiger Menschen einfach zu tun und auszusehen, was sie wollen bzw. wie sie sind. In "Vabiats As" ist das mit den Werten unserer Demogradü bitte sea nicht vereinbar und sollte daher verboten werden, sunst kemma gleich an Anarschisten wöön. "Amoi gsogt" verbindet gekonnt heiße Musik und heiße Luft, denn der Text besteht nur aus Floskeln und Phrasen - sagt damit aber erstaunlich viel aus. Denn: "Man kaun ja ned ständig nuar imma, des ghearat schoo aa amoi gsagt, ma suidad ned dauand, es is do im Grund ka Froge, wobei ma sie frogt."

Der Oleanda, der dem Album den Titel gibt, wird zum IT-Piece der Pflanzen gemacht, während der Ginster in den Keller verfrachtet, die Zypressen gepresst und Koniferen verunglimpft werden. Selbst die größte Verfechterin der Gleichheit aller Pflanzen kann sich dem hüpfenden Rhythmus und den witzig-gewitzten Lyrics nicht entziehen. Eines der am meist berührenden Lieder ist "Tunnl" - optimistisch mit dem typisch eingeschrägten Trio Lepschi Twist: "Es gehd laungsaum beagauf, aa waun ma s ned siacht, es wiad scho wean, ka Grund, dass ma se fiacht. Es is no ned ois hi, a waun s scho a bisl riacht, i siag an Tunnl am Ende vom Liacht". Michael Kunz, Stefan Slupetzky und Martin Zrost - die Lichtgestalten des finsteren Abgrunderls. //

Text: Nadia Baha
Fotos: Julia Maetzl

CD-Tipp:
Trio Lepschi: OLEANDA!
Musik: @@@@@
Klang: @@@@
Label/Vertrieb: TL / Hoanzl (2018)