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Tausendsassa Hans Platzgumer, seines Zeichens Musiker und Autor - er schreibt Romane, Hörspiele, Opern, Theatermusik und Essays - legt mit "Am Rand" (Zsolnay Verlag) seinen neuen Roman vor. Von Nadia Baha.

Wann steht der Mensch am Rand? Um diese Frage kreist der neue meisterliche Roman "Am Rand" von Hans Platzgumer. Der Protagonist Gerald Ebner wird in Rückblenden durch sein bisheriges Leben begleitet und man ist sofort im Strudel der Ereignisse gefangen. Ebner hatte, was gemeinhin als schwere Kindheit bezeichnet wird. Wobei das noch eine leichte Untertreibung darstellt. Die Leserin bzw. der Leser wird mitgeführt in die Abgründe der menschlichen Existenz. Es ist so dramatisch, wie es klingt.

In diesem Buch wird die Hauptperson mehr als einmal vor die Frage "Leben oder Tod?" gestellt. Die Szene, in der ihn sein einst so lebendiger und im wahrsten Sinn des Wortes "unschlagbarer" Freund, um "Hilfe" bittet, geht unter die Haut und ist von einer schön eingefärbten Melancholie um das Leben selbst, dass die Worte, mit denen Platzgumer beschreibt, noch lange nachhallen. Da die Lektüre dieses modernen, aber auf gute Art der alten Erzähltradition verbundenen Romans, unbedingt empfohlen wird, wird an dieser Stelle nicht weiter auf den Erzählstrang eingegangen. "Am Rand" ist ein emotional packender Roman, der so lange keine Ruhe gibt, bis er ausgelesen ist und dann nochmals weiter zu wirken beginnt. (Text: Nadia Baha; Foto: © Chris Nils Laine/Paul Zsolnay Verlag)

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Buch-Info:

Hans Platzgumer: Am Rand
Bewertung: @@@@@
Verlag: Zsolnay Verlag (2016)
208 Seiten
ISBN 978-3-552-05769-2