Bibi Blocksberg Foto Leonine Studios

Wie aus einer enorm erfolgreichen Kinderhörspielserie ein Family-Musical auf der großen Kinoleinwand wird, erlebt man in der neuesten Verfilmung von Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen.

Eene, meene, mei, flieg los, Kartoffelbrei. Hex-hex! Die neue Generation der Bibi Blocksberg-Hexenwelt lässt grüßen. Bibi Blocksberg ist ein Hexenmädchen, das ursprünglich mit blonden Haaren, zusammengebunden mit einer roten Schleife zu einem Pferdeschwanz, einem Kleid in ihrer Lieblingsfarbe grün sowie mit weißen Socken und ohne Schuhe beschrieben wurde. Die Erfolgsgeschichte der jungen Hexe aus Neustadt begann 1980, als die erste Bibi-Blocksberg-Hörspielfolge "Hexen gibt es doch" erschien. Erfunden wurde sie von der britisch-österreichischen Autorin Elfie Donnelly, die auch Benjamin Blümchen schuf. Mittlerweile gibt es 161 Hörspielfolgen und wer nicht nur hören, sondern auch sehen möchte, kann nun zum bereits dritten Mal die Junghexe auf großer Kinoleinwand erleben.

Nicht immer muss es jemand anders richten

Bei Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen steht Emotionalität im Vordergrund. "Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist das Herzstück, neben dem großen Setting mit dem internationalen Hexenkongress und der kleinen politischen Note, die wir haben einfließen lassen", erzählt Produzentin Johanna Bergel. Gedreht wurde u.a. am Akademischen Gymnasium Wien, in Krems/Donau und in München. An der Seite von Nala als Bibi Blocksberg sind im Film Sophie Rois, Maria Happel, Heike Makatsch und Robert Palfrader zu sehen. Regie übernahm Gregor Schnitzler ("Die Schule der magischen Tiere"), dem es ein Anliegen war das Blocksberg-Universum mehr in der Comicwelt zu verankern. "Er spielt in einer traumhaften, magischen, bunten Welt, die trotzdem realistisch, vorstellbar ist und bleibt", so Schnitzler. Die Kinder stehen dabei zu jeder Zeit im Mittelpunkt. "Sie werden mit einem Problem konfrontiert, gehen einen Weg und schaffen es am Ende selbst. Das ist eine schöne Message für Kinder, dass sie selbst machen dürfen, selbst in der Lage sind, bestimmte Dinge zu tun, und dass es nicht immer jemand anders richten muss."

Hexische Welt mit fantastischen Facetten

Große Herausforderung vor dem Dreh war freilich eine neue Bibi Blocksberg zu finden. Fragen, was Bibi ausstrahlen, wie nahbar sie sein soll, kreisten den Pool an Kandidatinnen immer mehr ein. Außerdem musste die junge Darstellerin auch tanzen und singen können. Nala also. "Sie hat das komplette Bibi-Blocksberg-Gen. Dieses Lebendige, Voranpreschende, auch mal was falsch Machende, für Gerechtigkeit Kämpfende, keine Angst Habende… das kann Nala alles so wunderbar spielen", so Schnitzler. Im Zentrum des Films steht, der Titel verrät es bereits, der internationale Hexenkongress. Entsprechend dominiert die "hexische Welt" mit vielen fantastischen Facetten. "Satte Farben, große Bilder, die einladen, sich dort hineinzuträumen. Wir wollten, dass es knallt“, so Johanna Bergel. Und tatsächlich strahlt der Kongress Internationalität aus, vereint unterschiedliche Religionen und Hautfarben mit einer Detailverliebtheit in der Ausstattung und den Kostümen.

Slap-Stick und Klamauk und Tanz und Gesang

Die Handlung selbst ist nicht unbedingt wichtig, denn beim Hexentreffen wird sehr viel gesungen und getanzt, so, wenn z.B. aus dem Festsaal die Hexenhymne ertönt, performt von Hexe Chantee (Alli Neumann) und die geladenen Althexen begeistert mitwippen. Die Blödelei findet im Durcheinander der Hexensprüche ihre Lacher, wenn die Althexen plötzlich verrückt spielen und der ganze Hexenkongress aus dem Ruder gerät. An dieser Stelle sei nachdrücklich vor Herba Superbia, besser bekannt als das "kindische Kraut", gewarnt, denn nimmt man nämlich zu viel, wird man verrückt. Ob zischend-tosender Technikraum, Blitzgeschwindigkeitshexspruch, oder die explodierten von Bibi gehexten Spülmaschinen – Slap-Stick und Klamauk und Tanz und Gesang beherrschen den Film, so weit die Hexerei reicht.

Bibi Blocksberg Foto Petro Domenigg

Serviert mit großer Buntheit

Es ist das Zwischen-den-Zeilen, was den Film am ehesten interessant erscheinen lässt. Zwischen den Zeilen findet sich nämlich doch auch noch etwas anschauliches und interessantes, z.B. wenn die Verantwortung der Erwachsenen praktisch im Eimer ist. Die Kinder springen rettend ein und übernehmen Verantwortung und überlegen wie sie es wieder richtig stellen können. Eine Haltung, die man bei Erwachsenen oft vermisst, und Handlung, immer ganz wichtig. Nachdem Bibi die erwachsenen Alt-Hexen Barbara, Mania und Walpurgia mit dem falschen Suppenrezept verkocht hat, sind diese nicht mehr in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb müssen die drei Junghexen Flauipaui (Philomena Amari), Schubia (Carla Demmin) und Bibi Blocksberg einspringen, um für die in Gefahr befindlichen Werte der Alt-Hexen und von Neustadt einzustehen. Klar wie Kartoffelbrei wird all das mit großer Buntheit serviert, damit die Junghexen das Chaos stoppen und die Zukunft der liberalen Hexenwelt retten können. Hex-hex! //

Text: Manfred Horak
Fotos:
© 2025 LEONINE Studio
Gruppenfoto hintere Reihe, v.l.n.r.: Sophie Rois, Maria Happel, Heike Makatsch, Rosalie Thomass, Shanti Celik, Lorna Ishema vordere Reihe, v.l.n.r.: Gwen-Ewa Makatsch, Balthazar Gyan Alexis, Carla Demmin, NALA, Philomena Amari
© 2025 Wiedemann & Berg Film / Kiddinx Studios / EPO-Film / LEONINE Licensing / Constantin Film Österreich / Petro Domenigg
Die drei Junghexen Flauipaui (links, Philomena Amari), Bibi (Mitte, NALA) und Schubia (rechts, Carla Demmin).

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