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rufus-wainwright-jazzfestEine gediegene Mischung aus Contemporary Jazz und Artverwandtem liefert uns das Jazz Fest Wien quasi frei Haus. Wie jedes Jahr so auch heuer wieder öffnet sich dabei die Wiener Staatsoper eine Woche lang für die großen Stars. Insgesamt stehen 38 Konzerte auf dem Programm (12 davon im Porgy&Bess) plus ein fünftägiges Gastspiel von Scott Hamilton im Jazzland.

Eröffnet wird das Festival auf zwei verschiedenen Konzertbühnen: Im Porgy&Bess bringt Harri Stojka auf Wunsch der Veranstalter seinen alten Express für dieses eine Konzert auf Hochtouren, der zuletzt auch abseits der Konzertbühne mit der Fotoaktion "Ich bin gegen das Wort Zigeuner" für Aufmerksamkeit sorgte, zeitgleich im WUK gastiert Charles Bradley & The Extraordinaires. Tags darauf heißt es im Porgy&Bess Kontrabass und Trompete frei für Georg Breinschmid und Thomas Gansch, das Traumpaar für konzentrierte Lässigkeit und Trainerexperten für Lachmuskeltrainingsjazz. Und all jenen, die an einer sinnvollen Investition interessiert sind, sei das aktuelle Breinschmid (fast Doppel)Album Fire an dieser Stelle nachdrücklich empfohlen. Bleiben wir gleich beim Österreicher-Paket und wechseln wir zur Gitarre, das ja - neben den Gesangskünsten - einer der Schwerpunkte des heurigen Jazz Festes ausmacht, und kommen wir gleich zu einem, der neuerdings beides verbindet. Wolfgang Muthspiel präsentiert am 30.6.2012 im WUK sein neues Album "Vienna Naked". Der Album-Titel ist weniger zweideutig als man vermuten möchte, sondern zielt auf die neue Wegrichtung ab, die Wolfgang Muthspiel mit diesem Album - erstmals singenderweise - einschlägt. Am gleichen Tag in der Wien Energie Fernwärme steht ein weiterer österreichischer Gitarrist auf der Bühne - Peter Legat mit seiner Band Count Basic feat. Kelli Sae. Davor oder danach gibt sich auch die Jazzkantine, sowie der smoothe Pastelltönetrompeter Till Brönner die Ehre das Publikum mit Nahwärme zu versorgen. Und dann ist eigentlich eh schon der Juli da, und da heißt es gleich mal Alles Oper! Zwischen 1. und 7. Juli am Opernspielplan stehen die Bässe, Tenöre, Baritone, Soprane Eric Burdon & The Animals (1.7.), Bobby McFerrin (2.7.), Melody Gardot (4.7.) und Rufus Wainwright (6.7.), sowie ein akustischer Abend mit Joe Bonamassa & Band (3.7.), sowie mit Herbie Hancock (5.7.) und zum Abschluss der Opernwoche steht schließlich noch die Electric Oper mit Carl Craig + Moritz von Oswald + Francesco Tristano samt Rebel Rave am Programm. Wer für die Oper nicht die passende Kleidung besitzt oder intimere Konzerte bevorzugt, der sollte in dieser Woche ins Jazzland schauen; dort gastiert zwischen 3. und 7.7. nämlich Scott Hamilton, der sich in Wien bekanntermaßen sehr wohl fühlt. Die Atmosphäre der Stadt begeistert ihn ebenso wie die Wiener Küche und der ehrwürdig alte Keller. Besonders aber schätzt er die hiesigen Musiker von Jazzklusiv der Herren Martin Spitzer (g), Harry Putz (b), Wolfgang Kendl (dr) und Markus Gaudriot am Bösendorfer. Eine weitere, etwas bluesigere Option, bietet sich aber auch im Reigen mit der wunderbaren Carolyn Wonderland (3.7.), bzw., im Porgy&Bess, mit der kanadischen Singer-Songwriter-Jazz-Chanteuse Térez Montcalm (2.7.), sowie mit dem verheißungsvoll klingenden Line-Up Mike Stern/Richard Bona Quartet feat. Dave Weckl (3.+4.7.). Feine Mischung also, die da heuer geboten wird. Soweit in aller Kürze die wichtigsten Konzertstationen vom Jazz Fest Wien 2012, das gesamte Programm findet sich schön übersichtlich auf der Festival-Webseite und im App Store. (Text: Manfred Horak; Fotos: Jazz Fest Wien, Tina Tyrell)

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Kurz-Infos:
Jazz Fest Wien 25. Juni bis 9. Juli 2012
Diverse Spielorte in Wien

Link-Tipps:
Ich bin gegen das Wort Zigeuner: Interview mit Harri Stojka
Georg Breinschmid: Fire (CD-Kritik)
Interview mit Peter Legat und Kelli Sae
Carolyn Wonderland: Miss Understood (CD-Kritik)
Rio: Interview mit Till Brönner
Rufus Wainwright: Milwaukee At Last (CD-Kritik)