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frauenfilmtage-lourdesVon 1. bis 8. März finden in Wien die Frauenfilmtage statt. Das Festival zeigt 21 Filme von bzw. über Frauen, eine Personale ist der österreichischen Cutterin Karina Ressler gewidmet, die so unterschiedliche Filme wie Götz Spielmanns "Revanche" und Jessica Hausners "Lourdes" montiert hat.


Der Film "Lourdes" läuft am Mittwoch den 7.3. um 19:30 Uhr im Filmhaus am Spittelberg. "Postadresse: 2640 Schlöglmühl", ebenfalls von Ressler geschnitten, ist am Dienstag den 6. März zu sehen und portraitiert die BewohnerInnen eines Dorfes in Niederösterreich, in dem es seit Jahren keine Arbeit mehr gibt.
Der Grund: Die Schließung der Papierfabrik. Danach hat sich Schlöglmühl in eine Geisterstadt verwandelt, mit 247 verbliebenen EinwohnerInnen. Geld für Investitionen gibt es hier nicht. Der Film berichtet - mittels Erzählungen der EinwohnerInnen - von der Schließung der Papierfabrik, mit der auch Hoffnungen und Zukunftsperspektiven verloren gegangen sind. Die allein gelassenen Menschen sprechen über ihre Erfahrungen, Resignation und Hass auf die Mächtigen, die sie verraten und ihr Leben zerstört haben, werden sichtbar. Der Film wurde 1982 von Egon Humer auf 16 Millimeter gedreht und basiert auf der klassischen Sozialstudie Die Arbeitslosen von Marienthal.

Zwar nicht von Karina Ressler geschnitten, aber dennoch sehenswert ist der Film "Sarabah", der die Rapperin und politische Aktivistin Sister Fa in ihrem Heimatland Senegal begleitet. Dort ist sie für junge Frauen eine Heldin, kämpft sie doch für soziale Veränderungen. Als Kind war Sister Fa selbst Opfer der Genitalverstümmelung, deshalb hat sie beschlossen ihre Musik und ihr Leben dem Kampf gegen diese Tradition zu widmen, "Sarabah" wird am 5. März gezeigt. Schon am Sonntag werden Kurzfilme präsentiert, in Zusammenarbeit mit dem Festival Vienna Independent Shorts. Da ist unter anderem der österreichische Film Buenos Aires Recyclers zu sehen, der Müll aus der argentinischen Hauptstadt animiert, Regie: Nikki Schuster 2011.

Den Abschluss der Frauenfilmtage 2012 macht am 8. März, dem internationalen Frauentag, der amerikanisch-nigerianische Film The Naked Option. Der Film läuft in der Green Action genannten Umweltreihe des Festivals und zeigt Widerstandskämpferinnen im Nigerdelta. Er erzählt von den ökologischen Auswirkungen der Ölproduktion, von deren Gewinnen die lokale Bevölkerung nicht profitiert. Die Regisseurin Candace Cameron hat Aktivistinnen in ihrem Kampf begleitet und dokumentiert unter anderem die Besetzung eine Öl-Produktionsstätte durch Frauen. (Jürgen Plank)

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Festival-Tipp:
Frauenfilmtage 2012