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Friedrich Gulda - Midlife Harvest (5 CDs) |
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Label/Vertrieb: MPS/Universal (2005; Erstveröffentlichung 1973 auf 9 LPs)
Musik: @@@@@@
Klang: @@@@@@
Die Notwendigkeit eines Großartigen beweisen die nun erschienen CDs von
Gulda. Endlich, möchte man fast sagen, wird einem der wichtigsten und
innovativsten Musiker der Alpenrepublik gehuldigt. Friedrich Gulda, dem
Enfant Terrible des Klaviers. Friedrich Gulda der zwei Tode starb.
Friedrich Gulda der wie kaum ein Zweiter den Spagat zwischen Klassik,
im speziellen Mozart, und dem Jazz schaffte.
Jazz und Klassik im Einklang
Zeit seines Lebens war Friedrich Gulda ein Neuerer, bisweilen war der
"Fritz" auch ein Außenseiter, einer dessen Schaffen sowohl die Klassik-
als auch die Jazzfraktion zutiefst spaltete und verstörte. Auf der
einen Seite standen die Hardcore Jazzer, auf der anderen Seite standen
die Anbeter der reinen Klassik. Und dann tauchte Friedrich Gulda auf
und zeigte den beiden Gruppen wie es sein kann wenn ein nun bereits
ausgereiftes musikalisches Wunderkind beides vermengt. Den Begriff
"Crossover" gab es damals noch nicht.
Nahezu spielerisch schafft Friedrich Gulda es, die Ton- und
Formensprache des Jazz mit jener der Klassik in Einklang zu bringen.
Nachzuhören auf "Concertino for Player and Singers".
Die erfüllte Lebensmitte
"Midlife Harvest" erschien bereits 1973, damals waren es 9 (!)
Langspielplatten und die Auflage war mit 2.000 Stück streng limitiert.
Gulda präsentierte auf dieser Sammlung die Ernte seines "halben Lebens"
und er konnte zu dieser Zeit bereits reichlich viel präsentieren. Heuer
wäre Gulda 75 Jahre alt geworden und er würde sicher mit der ihm
angeborenen Selbstsicherheit die "Ernte eines ganzen Lebens"
präsentieren; dem ist aber leider nicht so. Wir müssen uns mit der
Ernte seiner Lebensmitte begnügen, die aber klingt heute noch genauso
frisch und innovativ wie zur Zeit ihres Entstehens. In vielen Momenten
war Gulda der Erfinder neuer Formensprachen, er war der Erste der einen
Chor auf Silben singen ließ, eine Technik, die später von den "Swingle
Singers" übernommen und kommerzialisiert wurde.
In amerikanischen Musikerkreisen wurde der (gelungene) Versuch Guldas,
Jazz und Klassik zu synchronisieren, begeistert aufgenommen. Da aber
der Prophet im eigenen Lande bekannterweise nicht viel zählt wurden
seine Arbeiten hierzulande erst verspätet wahrgenommen, dann aber
schlugen seine Ideen mit voller Gewalt ein.
Unbequem und Weltberühmt
Gulda war immer ein Unbequemer, einer der sich nicht scheute, mit
seinen Ideen immer und überall anzuecken. Als der Jazz immer mehr in
die Gedanken und Gefühlswelt des "Klassikers" Einzug hielt und er in
der Umsetzung seiner musikalischen Ideen immer radikaler wurde, als er
seine Zusammenarbeit mit Paul und Limpe Fuchs begann - auch hier ist
ein sehr schönes Beispiel der Zusammenarbeit auf der CD zu finden -
wandten sich viele seiner Adepten und Fans von ihm ab um Jahre später
mit übergroßer Begeisterung wieder zu ihm zurückzukehren. Die Zeit
heilte so manches Unverständnis für den Einzigartigen.
Die Liste seiner musikalischen Weggefährten ist schier grenzenlos,
stellvertretend für alle seien hier nur Fritz Pauer, Manfred Josel,
Jimmy Woode, Albert Heath, Fatty George und Ron Carter erwähnt.
Auch viele Jahre nach der Ersterscheinung ist "Midlife Harvest" ein unverzichtbares Stück Musik eines Großartigen. (akro)
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@@@@@@ Essenziell
@@@@@ Echt leiwand
@@@@ Gut
@@@ Fast schon gut
@@ Na ja
@ Gnade!
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