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Seit
bald 40 Jahren zählt Pat Metheny zu den
einflussreichsten Jazzmusikern. Er erhielt
bisher an die 20 Grammys und das Down
Beat Magazine erklärt ihn im Prinzip Jahr für Jahr zum "Guitarist of
the Year". Mit seiner Unity Band gastierte Pat Metheny im Wiener
Konzerthaus, und mit dem gleichnamigen Album sogar in den
österreichischen Charts (Platz 75, immerhin). Trotz alledem kann man
natürlich nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch die Musik von Pat
Metheny kennt. Ein Ersterfahrungsbericht.
Neuland. Unerwartet.
Eine Einladung zu Pat Metheny für den 29.6.2012 ins Konzerthaus. - Okay.
Wer ist dieser Pat und was macht er für eine Musik? Meine Jazz begeisterte
Umgebung meint dazu: wenn du kein eingefleischter Fan
bist, ist das nichts für dich. Einer der Größten, viele haben bei ihm gelernt,
wurden von ihm beeinflusst, baut sich Musikinstrumente, wenn er welche braucht,
die es noch nicht gibt. Und wieder: für dich ist das nichts. - Aha.
Erwartungsvoll.
Klingt nicht, als hätte ER sich an dem orientiert, was andere gemacht
haben. Klingt, als wüßte er wohin er will, und als wäre es ihm egal, ob dort
schon Fans warten. - Warum sollte DER NiCHT zu mir passen?
Am Weg.
Obwohl es mir bereits ein bißchen peinlich ist, ihn nicht zu kennen,
verweigere ich konservierte Kostproben im Vorfeld. Die direkte Konfrontation
erscheint mir in diesem Fall das Bessere zu sein.
Angekommen.
Ich liebe diese wunderschöne Haus - oh du reiches Wien. Es wäre viel
leichter alle Details dieser Wände dieser Decke zu beschreiben, als Worte zu
finden für die Töne, die diesen Raum zu füllen beginnen. Eigentlich fühlen sie
ihn, eigentlich fühlen sie mich. Musik, die am Verstand vorbei in mein
Universum fließt, die meinen Körper, meine Emotion entlang streicht, sich
niederlässt, weiterstreicht, sanft und satt zugleich, hier und ganz anderswo.
In Musik gebadet, so fühle ich mich, als ich den Raum wieder verlasse.
Fakten.
Neben Pat Metheny, der sich an allmöglichen Saiteninstrumenten gezeigt hat,
werde ich auch das Saxofon von Chris Potter nicht vergessen. Die beiden könnten
sicherlich einen Abend leicht allein bespielen. Dass sie dennoch von Ben
Williams am Kontrabass und Antonio Sanchez am Schlagzeug unterstützt wurden,
hat das Gesamte aber wesentlich verfeinert.
Und.
Leute, also echt: wo fallen denn eingefleischte (was immer dieses Wort
bedeuten mag) Fans vom Himmel? Traut uns Banausen ruhig auch einmal was zu. Was
braucht man denn schon um "neue" Musik zu hören? (Zumindest) ein Ohr,
ein bißchen Gefühl, Interesse, und die Unbedarftheit eines Kindes. (Text: Nige; Foto: Konzerthaus Wien)

Link-Tipps:
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Band: Interview mit Pat Metheny
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