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Große Vielfalt und wenig Zeit
Leider sind zehn Tage ein sehr enger Raum für ein dermaßen
großes und großartiges Programm aus Kurzfilmen, Spielfilmen und
Dokumentationen. Da das vielfältige Programm an den einzelnen Tagen sehr
komprimiert war, war es den Festival-Besucher_innen manchmal kaum möglich, entspannt
ihre Filmauswahl zu genießen. Manches mal liefen zwei interessante Titel
zeitgleich im Top Kino und im Filmcasino. Schade war auch, dass den Filmen
aufgrund des Festivalrahmens immer nur eine Vorstellung vergönnt war. Ausnahme:
Die bestbesuchten Filme ("Romeos" von Sabine Bernardi; "The Topp Twins:
Untouchable Girls" von Leanne Pooley und "Patrick 1,5" von Ella Lemhagen)
wurden am 13. Juni 2011 beim Best of Day ein weiteres Mal gezeigt
The Color Purple
Ein Wiedersehen mit einem Film, den wohl jede_r bereits
mindestens einmal gesehen hat, gab es auch. "The Color Purple" (dt. "Die Farbe
Lila") zeigt fast nur andeutungsweise die Liebe von Celie zu Shug Averie, die
umgeben ist von einem Umfeld, das von Gewalt und Rassismus geprägt ist. Steven
Spielberg adaptierte den Film 1985 nach dem gleichnamigen Buch von Alice
Walker. "The Color Purple" ist ein zarter Film, mit einer ganz wunderbaren
jungen Whoopi Goldberg in der Hauptrolle.
Gemütliche Festivalatmosphäre
Beide Kinos boten im übrigen eine wunderbare Atmosphäre.
Besonders das etwas schuhkartonartige Top Kino hat seinen ganz eigenen Flair
beim Festival eingebracht. So waren dann auch die letzten beiden Festivaltage komplett
ausverkauft. In diesem Jahr gab es ein derart großes Interesse an den Filmen,
dass der Kartenverkauf beinahe den des Jahres 2009 übertraf, in dem das
Festival noch über drei Spielstätten verfügte [das Cinemagic-Haus wird
renoviert und kann deshalb nicht genutzt werden; Anm.]. Ein Drittel aller
Vorstellungen waren ausverkauft.
Filmpreise
Auch in diesem Jahr wurden von der Jury wieder Preise
vergeben. Der Jurypreis ging an "Angrarna" (engl. "Regretters"), ein
schwedischer Film aus dem Jahr 2009 unter der Regie von Marcus Lindeen. Ein Film über zwei Menschen, die, so die Jurybegründung, "ihre
Lebensgeschichte als Wanderer zwischen den Geschlechtern" erzählen. Und: "Regisseur Marcus Lindeen gewährt uns einen tiefen Einblick
in die Biografien zweier faszinierender Persönlichkeiten und wirft damit
grundsätzliche Fragen zu Transidentität und Identitätskonstruktionen im
Allgemeinen auf." Der Preis für den besten Kurzfilm ging an Hannah Hillards
2009 in Australien gedrehten Film "Franswa Sharl", der auch den Publikumspreis erhielt. Die weiteren Publikumspreise gingen
an "Patrik 1,5" (Schweden 2008; Regie/Buch: Ella Lemhagen) in der Kategorie Bester
Spielfilm; Zum besten Dokumentarfilm wurde der Eröffnungsfilm des Festivals gewählt, "Edie & Thea: A Very Long Engagement" (USA 2009) unter der Regie von Susan Muska und Gréta
Ólafsdottir. (Katharina Fischer)
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