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Gott hat etwas vor mit dir: Mission - Die Kritik |
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Missionarsleben im Kongo - humanitäre
Arbeit, Glaube und Zweifel. Der Vortrag, den Andrej Verweggen über seine 50
Jahre als Missionar im Kongo hält, ist so unschön wie erwartet und gleichzeitig
sehr ergreifend. Dabei gibt es diesen Mann nicht einmal. Arbeitsmaterial für
diese fiktive Biografie waren die Interviews, die David Van Reybrouk mit
Missionaren auf seinen Reisen durch den Kongo geführt hat.
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Seine Berufung kam, als er 17 war. Der
Pfarrer sagte: "Gott hat etwas vor mit dir." Damals brauchte er Mut zu seiner Lebensentscheidung zu stehen. Seither
hatte er viel Gelegenheit zu zweifeln. Als er 1959 zum ersten Mal in Kinshasa
landete, gab es noch Straßen. Heute braucht er für 50 Kilometer einen ganzen Tag. Er
lebt in Goma (Provinz Kivu), einer Stadt, die in den letzten 50 Jahren von sieben
Kriegen heimgesucht wurde. Da braucht es vielleicht noch 500 Jahre, bis sich die
christliche Nächstenliebe durchsetzt. Mit den Buchstaben aus dem Vatikan
allein, kommt man nicht weit.
Das Christentum ist eine unerschütterliche
Wahrheit
Andrej schließt Freundschaften zwischen
Manjok und Palmwein, findet pragmatische Lösungen für den Alltag und die
christlichen Rituale. Individuelle Beichte nimmt er schon lange keine mehr ab,
da standen am Sonntag 560 Leute vor der Kirche. Statt dessen beichten alle im
Kollektiv etwas von Eifersucht und Ehebruch und er erteilt die Absolution. Er
organisiert Gehilfen, tauscht Fußballausrüstung gegen gebaute Straßenmeter und
lehrt Blindenschrift. Kondome verteilt er ohne Gewissensbisse, denn im Kongo
wird erst geheiratet, wenn ein Mädchen schwanger ist. Man will erst sehen, ob
sie auch was taugt. Überhaupt gibt es viel Aberglauben, der von den Bafumos
verwaltet wird. Ihre Macht setzen sie, wenn nötig, auch mit Gewalt durch. Für 82
Christen kam Andrej zu spät. Zu spät auch für 10.000 Flüchtlinge aus Ruanda,
die an der Grenze mit offenem Gewehrfeuer empfangen wurden. Und sein jüngerer
Bruder erzählt ihm beim Heimaturlaub von seiner Ehe, dem abgeschlossenen
Kapitel in seinem Leben. Kann man das Leben in Kapitel teilen?
Freundlicherweise hält Bruno Vanden Broecke
seinen Vortrag in der deutschen Übersetzung, so dass wir nicht durch Übertitel
abgelenkt sind. Sein grandioses 100-minütiges Solo hinter dem Rednerpult war
einer der Höhepunkte der Wiener Festwochen 2011. Das apokalyptische
Theaterdonnerschlussbild wäre gar nicht notwendig gewesen. (Text: Christine Koblitz; Fotos: Koen Broos)
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Kurz-Infos:
Mission
von David Van Reybrouk
Bewertung: @@@@@@
Österreich-Premiere: 1.6.2011, Museumsquartier Halle E im Rahmen der Wiener Festwochen 2011
INSZENIERUNG / Raven Ruëll
MIT / Bruno Vanden Broecke
ÜBERSETZUNG INS DEUTSCHE / Rosemarie Still
DRAMATURGIE / Ivo Kuyl
BÜHNE / Leo de Nijs
PRODUKTION Koninklijke Vlaamse Schouwburg
(KVS), Brüssel
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Bewertungsskala |
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@@@@@@ Essenziell
@@@@@ Echt leiwand
@@@@ Gut
@@@ Fast schon gut
@@ Na ja
@ Gnade!
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