Erfrischend und unheimlich gut. So kann man in aller Kürze
das Album "Didn't You Say" von Jazz-Sängerin Simone Kopmajer beschreiben.
Jedoch: Mit der Beschreibung "erfrischend und unheimlich
gut" ist dem Album beileibe nicht Genüge getan. Im Falle von Simone Kopmajer aus
Bad Aussee muss man nämlich (noch) etwas weiter ausholen. "Didn't You Say" ist nämlich
zwar ihr bereits fünftes Album, das erste allerdings, das auch in Österreich
erhältlich ist [lest dazu unser Interview mit Simone Kopmajer; Anm.]. Dem Jazz interessierten Publikum in Österreich sollte der Name
Simone Kopmajer dennoch ein Begriff sein, gewann sie doch im Jahr 2003 beim Hans
Koller Preis das New York Stipendium. "Ihre Welt", so hieß es damals in der
Jury-Begründung, "ist die (Neu-)Interpretation des Great American Songbook, das
sie bereits in einer ernstzunehmenden und eigenständigen Weise interpretiert."
Sieben Jahre sind seither vergangen, und diese Zeit hat die Sängerin
hervorragend genützt, hat Alben am internationalen Markt veröffentlicht - ihr Debüt-Album "Romance" (2004)
wurde in Japan sogar ein großer Erfolg. Ein bis heute anhaltender, in Japan nämlich erschien 2009 mit "Essential Best" sogar bereits ein Best of Album der Sängerin für den japanischen Markt. "Die Japaner", so Kopmajer, "lieben
Scat-Gesang und Balladen aus dem Great American Songbook." Die Jurymitglieder
des unverzichtbaren Hans Koller Preises bewiesen also ein gutes Gespür und die
mittlerweile 28-jährige Sängerin erwies sich nicht nur als großes
Gesangstalent, sondern offenbar auch als eine geschickt agierende Musikerin,
die es innerhalb kurzer Zeit verstand international Fuß zu fassen. Nun also
auch Österreich. Endlich. Gemeinsam mit John di Martino, der auf jedem
Kopmajer-Album am Piano zu hören ist, sowie mit Richie Goods (Bass), Tim Horner
(Drums), James Chirillo (Guitar) und Tim Ouimette (Trumpet, Flugelhorn)
verzaubert die Sängerin 14 Lieder lang. Oft gehörtes wie "Come Fly With Me", "S'Wonderful"
oder "Bewitched, Bothered, Bewildered" aus dem Great American Songbook, selten
gecoverte Meilensteine aus der Musikgeschichte wie "Kiss" von Prince oder Countryesken
wie der "Tennessee Waltz" und "Ghost In This House" von Hugh Prestwood (letzteres
kennt man auch in einer Version von Rebekka Bakken), sowie zwei Lieder aus
eigener Feder ("Didn't You Say" und "Forgetting to Breathe"; beide gemeinsam mit
Karolin Tuerk geschrieben) verweben sich zu einem harmonischen Ganzen. Auffallend
nicht nur das hohe Level der Musiker und natürlich Simone Kopmajer, die mit ihrem
zauberhaften Gesang sämtliche Gefühlsebenen auslotet, sondern auch die
exzellente Tonqualität. Das Album besteht locker den Anspruch einer
High-End-Anlage und wird so zum sinnlichen Gesamtereignis. (Manfred Horak)
CD-Tipp:
Simone Kopmajer: Didn't You Say
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@@
Label/Vertrieb: Redange Records / G-Records / Edel Kultur (2010)